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2 Segel
[*eine versuchte Transfiguration auf ein Gedicht des Conrad Ferdinand Meyer]
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2 Segel, aufstellend
sich fertig zur Flucht,
2 Segel, verquellend
in tief blauer Bucht.
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2 Segel, tags treibend,
die Segel gehisst,
2 Segel, die kleibend
nachts Mondenlicht kĂŒsst.
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2 Segel, sich hebend,
das FrĂŒh-Rot beschreibend,
2 Segel, ruhgebend,
die Ăuglein sich reibend.
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Wann immer ein Wandern
in einem sich regt,
es sofort dem andern
ein Winden zutrÀgt.
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Und will eines fahren,
fÀhrt 's andre ihm mit,
begehrt 's dann zu bahren,
auch 's andre nicht glitt.
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Ballade vom Kind, das eine Taube fangen wollte
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Ich sah mal ein Kind,
und ich sah eine Taube,
und der wirbelnde Wind,
er war fest in dem Glaube,
die Taube zu greifen,
er tat nach ihr pfeifen,
er tat sie beheischen,
er tat sie bekreischen,
mit KrĂŒmeln sie locken,
er griff eine Latte,
nahm Stöcke als Speer,
doch alles ging leer,
die Taube stets hatte
die schnelleren Socken.
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Gleich wie es auch griff
und lachte dabei,
die Taube entschwand
der kindlichen Hand
und blieb weiter frei.
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So zog dieses Spiel
dahin wie soviel.
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Die Taube flog vor
dem Kinde empor,
das Kind lief dreinher,
mal flog sie auf 's Dach,
das Kind kam nicht nach,
mal flog ĂŒber Tonnen
dem Kind sie davonnen,
mal auf nen Hydranten,
die Kindsaugen brannten
vor Wut, und Sirenen pfiff
es der Taube ins Ohr.
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Bald jagten sich beide
wie Christus und Heide,
das Kind wollte fangen,
die Taube wollt frei sein,
und als sie so rangen,
sah plötzlich das TÀublein
ein niedriges Gitter,
gemacht wie fĂŒr Tauben,
und dortdurch entschwand 's,
das Kind stand ohn 's Rauben,
wie 'n Àrmlicher Ritter,
vorm Tor leeren Hands.
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Epilog:
Dort fing 's an zu weinen
auf menschlichen Beinen
und suchte die Brust,
es hat wohl gewuĂt,
man oft noch verliere
am Erdboden hier,
denn Menschen wie wir
benehmen zu oft uns wie dĂŒmmere Tiere.