Besucherzaehler

 

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Miniabendlied

 

Der Tag ist vollbracht,

die Sonne ruht,

drum gute Nacht,

drum schlafe gut.

 

 

🌂

Wer das Leben als Poesie begreift, der blĂŒht, statt dass er reift.

 

 

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2 Segel

[*eine versuchte Transfiguration auf ein Gedicht des Conrad Ferdinand Meyer]

 

2 Segel, aufstellend

sich fertig zur Flucht,

2 Segel, verquellend

in tief blauer Bucht.

 

2 Segel, tags treibend,

die Segel gehisst,

2 Segel, die kleibend

nachts Mondenlicht kĂŒsst.

 

2 Segel, sich hebend,

das FrĂŒh-Rot beschreibend,

2 Segel, ruhgebend,

die Äuglein sich reibend.

 

Wann immer ein Wandern

in einem sich regt,

es sofort dem andern

ein Winden zutrÀgt.

 

Und will eines fahren,

fÀhrt 's andre ihm mit,

begehrt 's dann zu bahren,

auch 's andre nicht glitt.

 

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Ballade vom Kind, das eine Taube fangen wollte

 

Ich sah mal ein Kind,

und ich sah eine Taube,

und der wirbelnde Wind,

er war fest in dem Glaube,

die Taube zu greifen,

er tat nach ihr pfeifen,

er tat sie beheischen,

er tat sie bekreischen,

mit KrĂŒmeln sie locken,

er griff eine Latte,

nahm Stöcke als Speer,

doch alles ging leer,

die Taube stets hatte

die schnelleren Socken.

 

Gleich wie es auch griff

und lachte dabei,

die Taube entschwand

der kindlichen Hand

und blieb weiter frei.

 

So zog dieses Spiel

dahin wie soviel.

 

Die Taube flog vor

dem Kinde empor,

das Kind lief dreinher,

mal flog sie auf 's Dach,

das Kind kam nicht nach,

mal flog ĂŒber Tonnen

dem Kind sie davonnen,

mal auf nen Hydranten,

die Kindsaugen brannten

vor Wut, und Sirenen pfiff

es der Taube ins Ohr.

 

Bald jagten sich beide

wie Christus und Heide,

das Kind wollte fangen,

die Taube wollt frei sein,

und als sie so rangen,

sah plötzlich das TÀublein

ein niedriges Gitter,

gemacht wie fĂŒr Tauben,

und dortdurch entschwand 's,

das Kind stand ohn 's Rauben,

wie 'n Àrmlicher Ritter,

vorm Tor leeren Hands.

 

Epilog:

Dort fing 's an zu weinen

auf menschlichen Beinen

und suchte die Brust,

es hat wohl gewußt,

man oft noch verliere

am Erdboden hier,

denn Menschen wie wir

benehmen zu oft uns wie dĂŒmmere Tiere.