Besucherzaehler

 

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Miniabendlied

 

Der Tag ist vollbracht,

die Sonne ruht,

drum gute Nacht,

drum schlafe gut.

 

 

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Wer das Leben als Poesie begreift, der blüht, statt dass er reift.

 

 

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Figurinen der Nacht

 

Er ist wohl das Gestirn, welches partout

Gewicht nie hält, nimmt ab und wieder zu,

ist mal ein Vollmond, ganz dick und rund,

kurz später Neumond und fast verschwund,

ist mal ne Sichel, konvex, konkav,

mal hüllt ihn weißer Wolken Schlaf,

ist manchmal blass, mal leuchtend schön,

mal kriegt man halb ihn nur zu sehn,

mal gibt ein Sternlein ihm einen kiss,

mal herrscht am Himmel Mondscheinfinsternis,

nachts, zwischen Ebb' und Flut auf kühlem Meer

spielt seine Leier den lune de claire,

oft hat ein Dichter ihn schon bedichtet,

ein Fotograf sein Bild schön abgelichtet,

ein Komponist ihn zu Musik vertont,

und nur in schönsten Figurinen

spricht der vom Mond, dem Mond geschienen,

Welt will besingen dich, mein Mond!

 

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Liebesmond

 

Siehst du den Mond dort am Himmel steh'n,

ganz blutarm weiß und dennoch wunderschön,

er leucht' mit seinem Strahl hinein

in mein so kleines Kämmerlein.

 

Dort sitz ich unterm Kerzenlicht

und schau ihm in sein Mondgesicht,

fühl mich bei ihm so fest geborgen,

denk einzig ihm allein kein' einz'gem Morgen.

 

Fast ist 's, als wollte lieben

mich unbestoch'nes Glück,

als würd' mein Herz mich in den Himmel schieben

und kehre dort nicht mehr zurück.

 

Ach Mond, solch' treu'n Gefährt' wie dich,

den gibt's auf Erd' wohl nur einmal,

drum lass noch einmal kreuzen sich

mein Herz mit deinem Liebes-Strahl.

 

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Und auch der Mond ist mir ein Freund geworden

 

Ich bin ein völlig einfachst Mann,

einfach, im Sinn einer biblischen Einfalt,

vielleicht asketisch dort & wann,

doch nie verzichtend, auch nicht entbehrend,

auch nicht der Welt den Rücken kehrend,

halt nur ganz schlicht, ganz einfach halt,

sich außen engend, doch innen weitend,

auf immer dünn'rem Drahtseil schreitend,

gewinn ich mehr und mehr das eigne Gleichgewicht,

kaum noch ein Wunsch, der mich umficht,

bin ein lakonisch, fast hag'rer Mann,

sich höchster Einfachheit bedienend,

doch nicht dran leidend, stets faszinierend

ist's, wenn ich abends mit den Sternen sann,

und auch der Mond ist mir ein Freund geworden,

vielleicht der beste grad zu dies Moment,

kaum, dass sein Licht zur Erde niederbrennt,

will auch schon's Herz vor Glück mir überborden.

 

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Der Mond ist aufgegangen

 

Der Mond ist aufgegangen,

die gold'nen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar.

 

Der Mond ist aufgegangen,

nur Tag und Nacht noch rangen,

wer hier der Stärk're war.

 

Der Mond ist aufgegangen,

und erste Träume drangen

ins kalte Erdendreh'n.

 

Der Mond ist aufgegangen,

die Nacht hat angefangen,

die Sternlein funkeln schön.

 

Der Mond ist aufgegangen,

und noch mehr Träume schwangen

zur Erd', ihr Werk zu tun.

 

Der Mond ist aufgegangen,

in allem wächst Verlangen,

vom Tag jetzt auszuruh'n.

 

Der Mond ist aufgegangen,

und selbst auf Kinderwangen

legt er den hellen Schein.

 

Der Mond ist aufgegangen,

nach letztem Kind tut langen

sein Licht, dann schläft es ein.

 

Der Mond ist aufgegangen,

ein Stern hat umgehangen

ihm 's gold'ne Abendkleid.

 

Der Mond ist aufgegangen,

mit Seufzen und mit Bangen

macht sich Aurora schlafbereit.

 

Der Mond ist aufgegangen,

die gold'nen Sternlein schlangen

den Himmel hell und klar.

 

Der Mond ist aufgegangen,

und endlich kann umfangen

die Welt er nun allwunderbar.